Samstag, 23. August 2025, 18.00 Uhr
Sommerfest: Literarische Streifzüge am Ufer des Seerheins
Wo finden wir das Ursprüngliche und Wilde in der Landschaft? Was sehen wir, wenn unser Blick in die Weite geht? Welche Geschichten entstehen, wenn wir uns Zeit lassen, beobachten?
Im Rahmen der 1. Gottlieber Schreibwerkstatt hat sich in den zurückliegenden Wochen eine Gruppe Schreibender aufgemacht, die Natur am linken Ufer des Seerheins zu erkunden. Angeleitet von Laura Vogt und Karsten Redmann entstanden dabei unterschiedlichste Texte über das Wilde in der Natur. Die literarischen Streifzüge führte die Werkstatt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer an bekannte und unbekannte Orte im Ried.
Am Sommerfest stellen sie in Lesung und Gespräch ihre Texte vor. Im Anschluss offeriert das Literaturhaus einen Apéro.
Donnerstag, 12. Juni 2025, 19.30 Uhr
Thomas Sarbacher liest Ramuz – «Sturz in die Sonne»
Was für ein Buch! Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) hat mit seinem Klimaroman ein packendes Weltuntergangsszenario geschaffen. Zu Beginn erfreuen sich die Menschen am Ufer des Genfersees noch am sonnigen, heissen Wetter, bis sie realisieren, dass die Entdeckung der Wissenschaft wahr ist: Ein Unfall im Gravitationssystem lässt die Erde in die Sonne zurückstürzen. Angesichts der unaufhaltsamen Katastrophe zeigen sich die Menschen in ihrer kleinen und grossen Nacktheit, in ihrer kleinen und grossen Erbärmlichkeit – bösartig, verzweifelt, entfesselt, gelassen. Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Dank der Stimme des Schauspielers und Sprechers Thomas Sarbacher wird Ramuz‘ Roman für uns lebendig.
Donnerstag, 6. März 2025, 19.30 Uhr
Eva Maria Leuenberger: Die Spinne
In „Die Spinne“ werden alle Schutzhüllen abgelegt und der Realität fest ins Auge geblickt. Etwas Endzeitliches haftet dem Langgedicht an, wenn es die Zerstörung der Natur verhandelt. Ohne jeglichen Moralismus und mit viel Zartheit schildert der Text, was mit dem Individuum und dem Körper geschieht, wenn das eigene Bewusstsein eine kollektive Schuld der Menschen entdeckt. „Die Spinne“ tastet Gefühle von Schuld und Scham, Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit körperlich ab. Es stossen starke, mächtige Bilder der Natur und subjektiver Wahrnehmung aufeinander. Innere Empfindung und äußere Eindrücke treten in ein faszinierendes Wechselspiel – und die Spinne ist ein immer präsentes Wesen, eine Zuschauerin des Geschehens. Eva Maria Leuenberger ist bekannt für ihre unter die Haut gehenden Texte.
Donnerstag, 6. Februar 2025, 19.30 Uhr
Hans Jürgen Balmes: Der Rhein – Biographie eines Flusses
Der Rhein entsprang einst an seiner heutigen Mitte, wo in einem tropischen Meer Seekühe lebten. Er schuf sich sein Bett stromauf und besitzt eine erstaunliche Geologie. Noch heute leben hier die ältesten Lebewesen Europas. Gleichzeitig ist der Rhein durchgehend geprägt durch Eingriffe des Menschen. Kein anderer Fluss versammelt so viele Widersprüche in sich – Grenze, Verkehrsweg, Fluchtroute und Lebensader. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise entlang des Flusses. Wir begegnen Menschen, die wie William Turner den Rhein zu ihrer Sehnsucht und Lebensaufgabe machten. Wir sehen Wälder und Tiere, die in traumhaften Naturbetrachtungen und meditativen Bildern gegenwärtig werden. Ein Buch über den Rhein, der uns mit dem unerschöpflichen Fliessen seiner Geschichten gefangen nimmt wie mit seiner Stille.